Entscheiden Sie sich in den folgenden Sätzen für das imperfetto, passato remoto oder passato prossimo und begründen Sie ihre Wahl.

Übung 3: Entscheiden Sie sich in den folgenden Sätzen für das imperfetto, passato remoto oder passato prossimo und begründen Sie ihre Wahl
Non c'
più niente da fare,
il contratto senza nemmeno leggerlo.
Hier könnte theoretisch ein passato remoto stehen, allerdings würde der Sinn verändert werden, der Satz würde auch dann etwas bedeuten, allerdings nichts, was uns unser Alltagsverständnis als besonders plausibel erscheinen lässt. Würde man das passato remoto verwenden, wäre das Leisten der Unterschrift eingebettet in die Grundhandlung, non c' era più niente da fare. Die Ausweglosigkeit der Situation ergäbe sich dann nicht aus der bereits geleisteten Unterschrift, sondern ganz im Gegenteil, die Situation selbst erzwingt die Unterschrift.
Da war nichts mehr zu machen, er hatte den Vertrag unterschrieben, ohne darüber nachzudenken.

*Hier könnte theoretisch ein passato remoto stehen, allerdings würde der Sinn verändert werden, der Satz würde auch dann etwas bedeuten, allerdings nichts, was uns unser Alltagsverständnis als besonders plausibel erscheinen lässt. Würde man das passato remoto verwenden, wäre das Leisten der Unterschrift eingebettet in die Grundhandlung, non c' era più niente da fare. Die Ausweglosigkeit der Situation ergäbe sich dann nicht aus der bereits geleisteten Unterschrift, sondern ganz im Gegenteil, die Situation selbst erzwingt die Unterschrift.*

Mi
alle otto di questa mattina, immediatamente dopo che l'incidente
.
Auch hier gibt es zu keinen der beiden Zeiten eine Alternative. Es muss chiamò heißen und era avvenuto. Hinsichtlich des Plusquamperfektes (era avvenuto) gibt es auch im Deutschen keine Alternative, substituiert man das Plusquamperfekt durch einen Perfekt oder Imperfekt, wird der Satz absurd. richtig: Er rief mich um acht Uhr morgens an, gleich nachdem der Unfall passiert war. falsch: Er rief mich um acht Uhr morgens an, gleich nachdem der Unfall passierte. falsch: Er rief mich um acht Uhr morgens an, gleich nachdem der Unfall passiert ist. Da umgekehrt zur chronologischen Reihenfolge erzählt wird, ist der Plusquamperfekt zwingend. Zu dem passato remoto gäbe es eine Alternative, das ist etwas grenzwertig, aber wenn keine Beziehung zur Gegenwart hergestellt wird, bietet sich das passato remoto an. Anders verhält es sich, wenn dieser Bezug vorhanden ist, etwa durch ein entsprechendes Adverb. Mi ha chiamato questa mattina, immediatamente dopo che l' incidente era avvenuto.
Er rief mich um acht Uhr morgens an, gleich nachdem der Unfall passiert war.

*Auch hier gibt es zu keinen der beiden Zeiten eine Alternative. Es muss chiamò heißen und era avvenuto. Hinsichtlich des Plusquamperfektes (era avvenuto) gibt es auch im Deutschen keine Alternative, substituiert man das Plusquamperfekt durch einen Perfekt oder Imperfekt, wird der Satz absurd.

richtig: Er rief mich um acht Uhr morgens an, gleich nachdem der Unfall passiert war.
falsch: Er rief mich um acht Uhr morgens an, gleich nachdem der Unfall passierte.
falsch: Er rief mich um acht Uhr morgens an, gleich nachdem der Unfall passiert ist.

Da umgekehrt zur chronologischen Reihenfolge erzählt wird, ist der Plusquamperfekt zwingend.

Zu dem passato remoto gäbe es eine Alternative, das ist etwas grenzwertig, aber wenn keine Beziehung zur Gegenwart hergestellt wird, bietet sich das passato remoto an. Anders verhält es sich, wenn dieser Bezug vorhanden ist, etwa durch ein entsprechendes Adverb.

Mi ha chiamato questa mattina, immediatamente dopo che l' incidente era avvenuto.*

Mi
ogni giorno, benchè io gli
che non voleva più parlare con lui.
Hier gibt es definitiv keine Alternativen, weder zu dem imperfetto chiamava noch zu dem trapassato prossimo aveva detto. Die sich regelmäßig wiederholende Handlung der Vergangenheit ist zur Mitteilung, dass er keine Lust mehr hatte, mit ihm zu sprechen vorzeitig. Das imperfetto voleva haben wir nicht zur Auswahl angeboten, weil wir es noch gar nicht behandelt haben. Dieses voleva ist aus der Zeitenfolge heraus zu erklären, in diesem Zusammenhang verlieren manche Zeiten ihre ursprüngliche Funktion, darüber werden wir noch sprechen. Sie vergessen das im Moment, Sie tun so, als ob es gar nicht da stünde. Wir machen das noch ausführlich.
Er rief mich jeden Tag an, obwohl ich ihm gesagt hatte, dass ich nicht mehr mit ihm sprechen will.

*Hier gibt es definitiv keine Alternativen, weder zu dem imperfetto chiamava noch zu dem trapassato prossimo aveva detto. Die sich regelmäßig wiederholende Handlung der Vergangenheit ist zur Mitteilung, dass er keine Lust mehr hatte, mit ihm zu sprechen vorzeitig. Das imperfetto voleva haben wir nicht zur Auswahl angeboten, weil wir es noch gar nicht behandelt haben. Dieses voleva ist aus der Zeitenfolge heraus zu erklären, in diesem Zusammenhang verlieren manche Zeiten ihre ursprüngliche Funktion, darüber werden wir noch sprechen. Sie vergessen das im Moment, Sie tun so, als ob es gar nicht da stünde. Wir machen das noch ausführlich.*

Una volta, quando non
più soldi, mi
una lettera.
Unser Vorverständnis der Welt läßt uns den Satz so verstehen. Es gibt eine Grundhandlung, er ist pleite, und eingebettet in diese Grundhandlung schreibt er einen Brief. Wir haben folglich keine Alternative, auch im Deutschen nicht. richtig: Einmal, als er kein Geld mehr hatte, schrieb er mir einen Brief. falsch a): Einmal, als er kein Geld mehr hatte, hatte er mir einen Brief geschrieben. falsch b): Einmal, als er kein Geld mehr gehabt hatte, schrieb er mir einen Brief. Zwar können a) und b) im Deutschen gerade noch so, und wenn man fünf gerade sein lässt, durchgehen aber eigentlich suggeriert a) dass das Schreiben des Briefes vor dem persönlichen Konkurs lag, b) dass er zuerst pleite gegangen ist und dann einen Brief schrieb. Dinge dieser Art kann man sagen wollen, aber spontan würden wir den Zusammenhang anders auffassen. Würde man im Italienischen andere Zeiten wählen, hätte man sehr deutlich das in a) bzw. b) suggerierte. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, wird man finden, dass das nicht geht, weil haben nicht auf einen Moment, sondern auf einen Zustand abstellt.

*Unser Vorverständnis der Welt läßt uns den Satz so verstehen. Es gibt eine Grundhandlung, er ist pleite, und eingebettet in diese Grundhandlung schreibt er einen Brief. Wir haben folglich keine Alternative, auch im Deutschen nicht. richtig: Einmal, als er kein Geld mehr hatte, schrieb er mir einen Brief.

falsch a): Einmal, als er kein Geld mehr hatte, hatte er mir einen Brief geschrieben.

falsch b): Einmal, als er kein Geld mehr gehabt hatte, schrieb er mir einen Brief.

Zwar können a) und b) im Deutschen gerade noch so, und wenn man fünf gerade sein lässt, durchgehen aber eigentlich suggeriert a) dass das Schreiben des Briefes vor dem persönlichen Konkurs lag, b) dass er zuerst pleite gegangen ist und dann einen Brief schrieb. Dinge dieser Art kann man sagen wollen, aber spontan würden wir den Zusammenhang anders auffassen. Würde man im Italienischen andere Zeiten wählen, hätte man sehr deutlich das in a) bzw. b) suggerierte. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, wird man finden, dass das nicht geht, weil haben nicht auf einen Moment, sondern auf einen Zustand abstellt.*

Einmal, als er kein Geld mehr hatte, schrieb er mir einen Brief.
Oggi mi
una lettera, perchè non
più soldi.
Auch hier gibt es keine Alternative, weil mit oggi ein enger Bezug zur Gegenwart dargestellt wird. Sein Pleitegeierzustand hält bis in die unmittelbare Gegenwart an.
Heute schrieb er mir einen Brief, weil er kein Geld mehr hat.

*Auch hier gibt es keine Alternative, weil mit oggi ein enger Bezug zur Gegenwart dargestellt wird. Sein Pleitegeierzustand hält bis in die unmittelbare Gegenwart an.*

Non
l' esame questa mattina, non
abbastanza.
Auch dieser Fall ist relativ einfach. Der passato prossimo (ho passato) wird durch das oggi erzwungen, das einen Bezug zur Gegenwart des Sprechers herstellt. Der trapassato remoto wird erzwungen durch die Tatsache, das die Ereignisse in umgekehrter chronologischer Reihenfolge erzählt werden. Andere Kombinationen wären auch im Deutschen sinnlos. Ich habe die Prüfung heute nicht bestanden, ich lernte zu wenig.
Ich habe die Prüfung heute morgen nicht bestanden, ich hatte nicht genug gelernt.

*Auch dieser Fall ist relativ einfach. Der passato prossimo (ho passato) wird durch das oggi erzwungen, das einen Bezug zur Gegenwart des Sprechers herstellt. Der trapassato remoto wird erzwungen durch die Tatsache, das die Ereignisse in umgekehrter chronologischer Reihenfolge erzählt werden. Andere Kombinationen wären auch im Deutschen sinnlos.

Ich habe die Prüfung heute nicht bestanden, ich lernte zu wenig. *

l' esame questa mattina, non
senza tante cerimonie, tanti soldi e tanto amore e
relativamente tranquilli.
Das passato remoto conobbe ist erklärungsbedürftig. Im passato remoto heißt conoscere kennen lernen, im imperfetto kennen. Hier ist aber kennen lernen gemeint, das heißt der punktuelle Vorgang. Auf das kennen lernen folgt die Heirat und auf die Heirat, das ruhige, friedliche Leben. Es ist also im Grunde eine Handlungskette und Handlungsketten stehen nun mal im passato remoto. Den Versuch, mit didaktisch geschickt gewählten Beispielen, erfühlen zu lassen, was der Italiener so fühlt, wenn die Zeiten falsch verwendet werden, haben wir gemacht. Bei diesem Beispiel versagt diese Technik, denn Handlungsketten können im Deutschen sowohl mit dem Imperfekt wie auch mit dem Perfekt geschildert werden. Sie müssen jetzt verstehen, dass die Verwendung eines imperfettos (z.B. sposavano) die im Imperfekt stehende Handlung als Grundhandlung deklarieren würde, in welche die anderen Handlungen eingebettet sind. Das wäre logisch so widersinnig, dass es falsch klingt.
Sie lernte Giovanni kennen und sie heirateten, ohne große Feierlichkeiten, viel Geld und ohne sich besonders zu lieben und lebten relativ zufrieden.

*Das passato remoto conobbe ist erklärungsbedürftig. Im passato remoto heißt conoscere kennen lernen, im imperfetto kennen. Hier ist aber kennen lernen gemeint, das heißt der punktuelle Vorgang. Auf das kennen lernen folgt die Heirat und auf die Heirat, das ruhige, friedliche Leben. Es ist also im Grunde eine Handlungskette und Handlungsketten stehen nun mal im passato remoto. Den Versuch, mit didaktisch geschickt gewählten Beispielen, erfühlen zu lassen, was der Italiener so fühlt, wenn die Zeiten falsch verwendet werden, haben wir gemacht. Bei diesem Beispiel versagt diese Technik, denn Handlungsketten können im Deutschen sowohl mit dem Imperfekt wie auch mit dem Perfekt geschildert werden. Sie müssen jetzt verstehen, dass die Verwendung eines imperfettos (z.B. sposavano) die im Imperfekt stehende Handlung als Grundhandlung deklarieren würde, in welche die anderen Handlungen eingebettet sind. Das wäre logisch so widersinnig, dass es falsch klingt.*

Lei
, quando lui
, non lo
, perchè non
Wir haben eine Grundhandlung, dormiva, diese steht im imperfetto, in diese ist eine andere Handlung eingebettet, entrò, diese steht im passato remoto und vorzeitig zu seinem Eintreten gibt es noch zwei Handlungen, die in umgekehrter chronologischer Reihenfolge stehen, diese stehen im trapassato prossimo.
Sie schlief, als er eintrat, sie hatte ihn nicht gehört, weil er nicht angeklopft hatte.

*Wir haben eine Grundhandlung, dormiva, diese steht im imperfetto, in diese ist eine andere Handlung eingebettet, entrò, diese steht im passato remoto und vorzeitig zu seinem Eintreten gibt es noch zwei Handlungen, die in umgekehrter chronologischer Reihenfolge stehen, diese stehen im trapassato prossimo. *

Non
mai fare ciò che
, ma quando
al lotto, potè fare tutto ciò che voleva.
Wir haben eine Grundhandlung, nicht das machen können, was man machen will, welche durch den Gewinn im Lotto unterbrochen werden und ab da haben wir wieder eine andauernde Handlung, jetzt kann er nämlich machen, was er will.
Er konnte nie machen, was er wollte, aber als er im Lotto gewann, konnte er machen was er wollte.

*Wir haben eine Grundhandlung, nicht das machen können, was man machen will, welche durch den Gewinn im Lotto unterbrochen werden und ab da haben wir wieder eine andauernde Handlung, jetzt kann er nämlich machen, was er will. *

Mi
ieri per dirmi che non poteva venire perchè era malato.
Er rief mich gestern an um mir zu sagen, dass er nicht kommen könne, weil er krank ist. ? Wir haben nur beim Anruf, chiamò eine Option ermöglicht, weil der Imperfetto poteva eine andere Liga ist, die wir aus dem bisher Gesagten nicht erklären können. Das poteva ist abhängig von dem dire, im Deutschen verwenden wir in einer solchen Konstellation den Konjunktiv, es gelten die Regeln der indirekten Rede. Das Regelwerk der romanischen Sprachen, also auch des Italienischen, ist vollkommen anders, wir werden es noch ausführlich schildern. Das heißt konkret, dass Sie über das poteva jetzt mal schlicht hinwegsehen.
Ich habe die Prüfung heute morgen nicht bestanden, ich hatte nicht genug gelernt.

*Wir haben nur beim Anruf, chiamò eine Option ermöglicht, weil der Imperfetto poteva eine andere Liga ist, die wir aus dem bisher Gesagten nicht erklären können. Das poteva ist abhängig von dem dire, im Deutschen verwenden wir in einer solchen Konstellation den Konjunktiv, es gelten die Regeln der indirekten Rede. Das Regelwerk der romanischen Sprachen, also auch des Italienischen, ist vollkommen anders, wir werden es noch ausführlich schildern. Das heißt konkret, dass Sie über das poteva jetzt mal schlicht hinwegsehen.*