Üblicherweise wird bei der Darstellung der Personalpronomen eine kleine, aber doch sehr bedeutenden Kleinigkeit vergessen, solche vergessenen Aspekte wandern dann in die Internetforen, wo sie Verwirrung stiften.

Übersicht
1) Das deutsche Personalpronomen "es" ist erstmal unstrittig dritte Person, Singular, sächlich, Nominativ / Akkusativ.
Nominativ: Das Kind kann noch nicht sprechen. => Es kann noch nicht sprechen.
Akkusativ: Ich sehe das Kind nicht. => Ich sehe es nicht.
2) Weiter ist es ein unbestimmtes Subjekt.
Es schneit.
3) Und drittens, und das ist das, was uns interessiert, referiert das Personalpronomen "es" einen Sinnzusammenhang.
A: Glaubst du, dass er das Auto repariert hat?
B: Nein, ich glaube es nicht
Das "es" referenziert die ganze Frage (ob er das Auto repariert hat). Hinsichtlich des Italienischen ergibt sich dann folgendes Bild.

zu 1) Da es sächliche Substantive im Italienischen nicht gibt, besteht nicht wirklich eine Nachfrage nach einem Personalpronomen, das sächliche Substantive ersetzt. Einfacher. In dieser Funktion gibt es das im Italienischen nicht, weil man es in dieser Funktion nicht braucht.

zu 2) Ein deutscher Satz will ein Subjekt, da ist er gnadenlos. Er will ein Subjekt selbst dann, wenn es keines gibt. Ein Satz wie Es schneit hat eigentlich kein Subjekt, denn das Subjekt ist entweder derjenige, der die durch das Verb beschriebene Handlung ausführt (im aktivischen Satz) oder es ist der Adressat dieser Handlung (im passivischen Satz). Mit demjenigen, der da vor sich hinschneit, regnet, hagelt oder was auch immer, hab ich aber noch nicht gefrühstückt. Da das Italienische aber grundsätzlich das Subjekt im Verb versteckt (Non parla mai <=> ER spricht nie) besteht im Italienischen auch keine Notwendigkeit, irgendjemanden künstlich einzuführen, der es schneien lässt, deswegen heißt es schlicht neva <=> schneit. Auch in dieser Funktion brauchen wir das "es" im Italienischen also nicht.

zu 3) Hier allerdings brauchen wir ein Äquivalent des deutschen Personalpronomens es auch im Italienischen, und zwar ganz dringend. Sätze nämlich, wo ein Sinnzusammenhang referenziert werden muss, sind Legion, in dieser Funktion brauchen wir einen Ersatz für das deutsche "es". Es macht dann Sinn, sich klar zu machen, dass im Deutschen nicht nur mit "es" Sinnzusammenhänge referenziert werden können

A: Glaubst du, dass er kommt?
B: Nein, ich glaube es nicht. / Nein, ich glaube das nicht.
A: Credi che va venire?
B: No, non lo credo.

Ist der abstrakte Sinnzusammenhang durch einen Relativsatz zu erläutern, haben wir im Deutschen die Konstruktion "das, was"

Das, was er gestern gesagt hat, ist wahr.

Das Demonstrativpronomen "das" steht für den Sinnzusammenhang, und das Relativadverb "was" referenziert diesen Sinnzusammenhang, wobei der Relativsatz selbst zwar nicht den Sinnzusammenhang inhaltlich näher spezifiziert, aber kenntlich macht, um welchen Sinnzusammenhang es sich handelt. Im Italienischen ist in diesem Falle mit "ciò che" zu übersetzen.

Beispiele
Das, was er heute gesagt hat, ist wahr. )
Was er heute gesagt hat, ist wahr.)
Ciò che lui ha detto oggi è vero.

Das Demonstrativpronomen das in dem Satz oben (Das, was er gestern gesagt hat, ist wahr) ist übrigens Subjekt des Satzes, wir haben also einen kleinen Widerspruch, zu dem oben Gesagten, wo behauptet wurde, dass wir im Italienischen keinen Ersatz für "es" als Subjekt des Satzes brauchen. Von dieser Regel gibt es nur eine einzige Ausnahme. Handelt es sich um einen Relativsatz oder um einen verkappten Relativsatz, der den referenzierten Sinnzusammenhang näher bestimmt, so müssen wir im Italienischen mit ciò che konstruieren. Einfacher formuliert, dem Deutschen das, was entspricht im Italienischen ciò che.

"Es" oder "das" ohne nähere Bestimmung als Subjekt des Satzes kann im Italienischen nur mit questo übersetzt werden, nie mit lo, egal ob ein Sinnzusammenhang referenziert wird oder ein Substantiv.

Beispiele
Das ist ein Tisch.
Questa è una tavola.
È una tavola.
Das ist merkwürdig.
Questo è strano.
È strano.

Ganz besonders Pfiffige fragen sich jetzt, welches Pronomen zu verwenden ist, wenn der zu referenzierende Sinnzusammenhang ein Dativ ist. Ich mach Ihnen mal ein wirklich faires Angebot. Sie bringen mir einen Satz, wo der zu referenzierende Sinnzusammenhang ein Dativ ist und ich sage Ihnen dann, welches Pronomen in diesem Fall zu verwenden ist. Wenn Sie aber kein Beispiel finden, dann scheint Ihnen die Frage auch nicht wirklich auf den Nägeln zu brennen, es gibt vielleicht schlicht gar keines und mit Leuten, die Probleme suchen, wo keine sind, hab ich ein Problem. Das war schon in der Schule so. Alle Probleme des Mathematikunterrichtes waren für mich keine, meiner Meinung nach hätte man das auch auf sich beruhen lassen können, der Mathelehrer machte alles mögliche zum Problem, für mich waren das alles keine Probleme, es gab auch immer eine Diskrepanz, was den Kontext angeht, in dem man über Kurven diskutieren kann und soll.