Wir haben, das ist Ihnen aufgefallen, bei den Übersetzungen bisher mit einer Wort für Wort Übersetzung gearbeitet. Das Ergebnis war nicht wirklich teutonisch, dafür aber ziemlich italienisch.

Ihm ich gebe das Buch.
Gli do il libro.

Daraus lässt sich dann ohne weiteres entnehmen, dass die Satzstellung im Deutschen anders ist als im Italienischen. Die Satzstellung im Teutonischen ist Metaphysik für Fortgeschrittene, wie diese Beispiele zeigen.

Ich gebe ihm dass Buch.
Ich habe ihm das Buch gegeben.
Er sagt, dass ich ihm das Buch gegeben habe.

Wie wir sehen, kann das Pronomen vor dem Verb stehen, zwischen Hilfsverb und Vollverb und vor dem gesamten Prädikat. Erfreulich ist, dass wir das hier, was das Deutsche angeht, nicht weiter analysieren müssen, denn das führt zu solchen, wirklich beeindruckenden, Tabellen. Was das Italienische angeht, ist das Regelwerk überschaubar. (Auf die Stellung der Pronomen mit Imperativ, Gerundium, Partizip gehen wir später ein, nämlich dann, wenn wir über diese Konstruktionen bereits gesprochen haben.) Wir können nun erstmal zwei Fälle unterscheiden.

Fall I: Der Satz hat kein Modalverb: Das Pronomen steht vor dem ersten konjugierten Verb.

Beispiele
Ich kaufe es.
Lo compro.
Ich habe es gekauft.
L'ho comprato.
Ich kaufe es nicht.
Non lo compro.
Ich habe es nicht gekauft.
Non l'ho comprato.
Ich gebe ihm das Buch.
Gli do il libro.
Ich gebe ihm das Buch nicht.
Non gli do il libro.
Ich habe ihm das Buch gegeben.
Gli ho dato il libro.
Ich habe ihm das Buch nicht gegeben.
Non gli ho dato il libro.

Fall II: Der Satz hat ein Modalverb: Das Pronomen steht vor dem ersten konjugierten Verb oder wird an den Infinitiv angehängt (das finale e fällt dann weg).

Beispiele
Ich kann ihn sehen.
Lo posso vedere. / Posso vederlo.
Ich kann ihm das Buch geben.
Gli posso dare il libro. / Posso dargli il libro.
Ich kann ihm das Buch nicht geben.
Non gli posso dare il libro. / Non posso dargli il libro.

An dieser grundsätzlichen Problematik ändert sich auch nichts, wenn wir mehrere Pronomen haben.

Achtung: Schauen Sie genau hin ! Es ist NICHT wie im Französischen, das Personalpronomen steht NIE vor dem Infinitiv!