Klären wir mal noch, was es zu diesem Schema noch zu klären gibt.

1) Prinzipiell muss das Imaginierte um eine Stufe nach hinten verlagert werden, wenn der Zeitpunkt der Imagination vorzeitig zum Bericht ist, denn der Anker, wie oben beschrieben, ist der Zeitraum der mentalen Durchdringung. Wird dieser weiter in die Vergangenheit zurückverlagert, müssen auch die imaginierten Ereignisse zurückverlagert werden. So wird also aus einem presente ein imperfetto, aus einem passato prossimo ein trapassato prossimo.
2) Das imperfetto bleibt imperfetto. Man kann sich fragen, warum das so ist. Das imperfetto ist eine Zeit, die keinen Anker hat. Das passato remoto bezieht sich auf einen abgeschlossenen Vorgang in abgeschlossener Vergangenheit, der Anker ist also die Gegenwart des Sprechers und im Verhältnis zur Gegenwart des Sprechers, beschreibt das passato remoto einen abgeschlossenen Vorgang. Das passato remoto bezeichnet also einen abgeschlossenen Vorgang, der aus der Sicht der jeweiligen Gegenwart abgeschlossen ist, kann also entweder so bleiben oder in einen trapassato prossimo konvertiert werden. Das passato prossimo bezeichnet (zumindest wenn es "normgerecht" angewendet wird) einen Vorgang der Vergangenheit, dessen Auswirkungen in der in der Gegenwart noch spürbar sind. Wird aber der Anker nach hinten verschoben, muss das passato prossimo ebenfalls zurückverlagert werden, wird zum trapassato prossimo, dieses beschreibt die Relevanz eines Ereignisses für einen Zeitpunkt der Vergangenheit. Das futuro I bezeichnet aus der Sicht der Gegenwart ein Ereignis in der Zukunft, wird aber der Anker in die Vergangenheit verlagert, dann bezeichnet es ein Ereignis in der Zukunft aus der Sicht der Vergangenheit, aus dem futuro I wird ein condizionale. Die Beziehung des imperfetto zu seinem jeweiligen Anker ist aber loser, das ist, auch wenn der Duden das Gegenteil behauptet, auch im Deutschen so. Nehmen wir diesen Satz.
Er arbeitete viel.
Der Anker ist zwar die Gegenwart des Sprechers, aber die Beziehung ist recht lose. Wir wissen nicht, ob er früher viel gearbeitet hat, aber jetzt nicht mehr, oder ob er immer noch viel arbeitet.
Wer dieses Argumentationsschema jetzt nicht überzeugend findet, der kann es auch anders sehen und sich fragen, welche Alternativen wir denn hätten. Gehen wir von diesem Satz aus.
Lavorava molto.
Er arbeitete viel.
Wird dieser Satz jetzt eingeleitet von einem Verb der mentalen Durchdringung in der Vergangenheit, dann hätten wir, rein theoretisch, folgende Möglichkeiten. (Wir übersetzen jetzt wörtlich ins Deutsche, bauen also im Deutschen die italienische Logik nach).
a)Lui disse che lei lavorava molto.
==> Er sagte, dass sie viel arbeitete.
b)Lui disse che lei lavorò molto.
==> Er sagte, dass sie viel arbeitete (passato remoto haben wir nicht im Angebot.)
c)Lui disse che lei aveva lavorato molto.
=> Er sagte, dass sie viel gearbeitet hatte.
Allein a) gibt die ursprüngliche Intention des Satzes wieder. Die Sätze b) und c) wären so zu verstehen, dass er viel gearbeitet hat (abgeschlossener Vorgang in abgeschlossener Vergangenheit) bevor der andere den Vorgang mental durchdringt. Das entspricht aber nicht dem ursprünglichen Satz. Umgekehrt, umgekehrt. Neben wir einmal diesen Satz.
Lavorò molto.
Jetzt haben wir eine Situation, bei der der Sprecher sagen will, dass ein Vorgang definitiv abgeschlossen ist, sie arbeitet jetzt eindeutig nicht mehr viel, der Vorgang ist also vorzeitig zum Moment der mentalen Durchdringung abgeschlossen. Verlegen wir jetzt diesen Moment der mentalen Durchdringung in die Vergangenheit, in dem wir den Satz mit einer Vergangenheitszeit einleiten, dann muss der Prozess als vorzeitig zur mentalen Durchdringung beschrieben werden, wir brauchen also eine Zeit, die diese Vorzeitigkeit ausdrückt, also entweder das passato remoto oder das trapassato prossimo.
Lui disse che lei lavorò molto.
Lui disse che lei aveva lavorato molto.