Folgende Verben erzwingen im Italienischen den congiuntivo
preoccuparsi (sich sorgen)
Mi preoccupa che Veltroni abbia sentito la necessità di dirlo.
Es beunruhigt mich, dass Veltroni es für notwendig befand, es zu sagen.
rallegrarsi (sich freuen)
Mi rallegro che tu sia arrivato a Roma in buone condizioni.
Es freut mich, dass du wohlerhalten in Rom angekommen bist.
sembrare (scheinen)
Mi sembra che manchi qualcosa.
Mir scheint es fehlt etwas.
sperare (hoffen)
Spero che tu ora stia meglio.
Ich hoffe, dass es dir jetzt besser geht.
temere (fürchten)
Temiamo che una nuova guerra in Iraq rischi di aggravare e di estendere la crisi.
Wir befürchten, dass ein neuer Irakkrieg die Gefahr heraufbeschwört, dass die Krise im Irak sich verschlimmert und ausdehnt.
vergognarsi (schämen)
Mi vergogno che nessuno faccia niente per impedire tutto ciò!
Ich schäme mich dafür, dass niemand etwa tut, dies zu verhindern.
volere (wollen)
Io voglio che lui lavori di più.
Ich will, dass er mehr arbeitet.
preferire (vorziehen)
Io preferisco che il mio blog sia qualcosa di personale, simile ad un diario.
Ich ziehe es vor, dass mein blog etwas persönliches ist, ähnlich einem Tagebuch.
pensare (glauben)
Io penso che tu pensi.
Ich denke, dass du denkst.

Weiter gibt es auch Verben, die den congiuntivo nur verlangen, wenn auf eine subjektiv gefärbte Haltung der Realität gegenüber abgestellt wird. Diese Verben können also, in Abhängigkeit vom Kontext, mit dem congiuntivo oder dem indicativo verwendet werden.

Die Verben sehen / vedere und fühlen / sentire haben im Italienischen wie im Deutschen zwei verschiedene Bedeutungen. Zum einen stellen sie ab auf einen der fünf Sinne, zum anderen auf einen mentalen Prozess. Wird allein auf die Sinneswahrnehmung abgestellt, steht der Indikativ, wird auf den mentalen Prozess abgestellt, steht der congiuntivo.

mit indicativo
Io vedo che lui lavora, ma non so se sia capace di fare questo lavoro.
Ich sehe, dass er arbeitet, aber ich weiß nicht, ob er in der Lage ist, diese Arbeit zu machen.
mit congiuntivo
Non vedo cosa ci sia di male in questo cartone.
Ich sehe nicht, was an diesem Comic böse sein soll.

Weiter gibt es auch Verben, die den congiuntivo nur in den verneinten Formen verlangen.

Wenn Sie Spanisch oder Französisch sprechen, versuchen Sie, sich kurz zu erinnern, so was gibt es in diesen Sprachen auch, sogar viel häufiger.

non sapere(nicht wissen)
Non so che abbia detto.
Ich weiß nicht, was er gesagt hat.
non essere sicuro (nicht sicher sein)
Non sono sicuro che lui sia venuto.
Ich bin nicht sicher, ob er gekommen ist.

Anzumerken bleibt noch, dass bei den Verben pensare, credere, immaginare, ritenere auch zunehmend der indicativo verwendet wird, es geht also etwas in Richtung Französisch, wo diese Verben ja in affirmativer Verwendung den indicatif verlangen, negiert jedoch den subjonctif. In negierter Form (Io non credo che lui sia venuto) steht auch im Italienischen immer der congiuntivo, aufgeweicht wird nur in affirmativer Verwendung. Wir wollen uns ja bekanntlich nicht die inneren Angelegenheiten der romanischen Völker einmischen, aber der Standard (Verwendung des congiuntivo sowohl in negativer wie affirmativer Verwendung) ist a) logischer kohärenter und b) didaktisch günstiger. Diese Verben drücken Unsicherheit aus, der congiuntivo ist hier sinnvoll. Alternativ könnte man noch auf das spanische System einschwenken, im Spanischen verlangen manche dieser Verben schlicht immer den indikativo, egal ob verneint oder bejaht. Es wäre wünschenswert, wenn sich die Spanier, Italiener und Franzosen mal zum gemütlichen Beisammensein mit Paella, Pizza, Ratatouille oder was auch immer zusammenfänden und hier zu einer einheitlichen Linie finden würden. Wir lieben sie ja und folgen treu ihren Spuren, wohin diese uns auch immer führen mögen, aber über eine einheitliche Linie würden wir uns auch freuen.